Gelebte Souveränität im Spannungsfeld Social Media

Social Media Recht

Die Daimler AG gehört zu den bisher wenigen deutschen Konzernen, die neben den Chancen auch die Risiken des Social Media erkannt und einen Social Media Leitfaden für Ihre Mitarbeiter entwickelt haben. Den Anlass für die Entwicklung eines solchen Leitfadens beschreibt Jörg Howe (Leiter Unternehmenskommunikation, Daimler AG) folgendermaßen:

„Die wachsende Beliebtheit von Social Media ist auch für Unternehmen von großer Bedeutung: Nutzer sprechen im Internet über Firmen, diskutieren über neue Technologien und empfehlen Produkte – oder eben nicht. Wer diese Diskussionsplattformen ignoriert, der ignoriert auch einen äußerst wirksamen Kommunikationskanal. Social Media Engagement kann helfen, Trends frühzeitig zu erkennen, auf Kritik zu reagieren oder eigene Themen anzustoßen. Und wer könnte das Unternehmen und seine Vielfalt in der Öffentlichkeit besser darstellen als die Mitarbeiter? Mit Ihrem Expertenwissen können Sie Diskussionen im Internet bereichern oder nützliche Anregungen für Ihre Arbeit finden.

Es ist daher im Interesse von Daimler, Ihr Engagement im Bereich Social Media zu fördern. Allerdings stellen wir auch immer wieder fest, dass es im Umgang mit diesen Kommunikationsformen noch viele Unsicherheiten gibt. Um Sie über die Möglichkeiten und Risiken der beruflichen Nutzung zu informieren, haben wir die folgenden Hinweise zusammengestellt. Soweit es dabei nicht um gesetzlich vorgeschriebene Dinge geht, handelt es sich ausdrücklich nicht um Gebote sondern um Empfehlungen, die Ihnen beim Umgang mit Social Media helfen sollen.“

10 Tipps zum Umgang mit Social Media. Kurze, sprachlich klar verständliche Empfehlungen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, wird den Mitarbeitern für den Umgang mit Social Media empfohlen.

Wie aber reagiert ein Unternehmen, das seine Mitarbeiter zur Beteiligung im Social Media animiert, ihnen sogar einen Social Media Leitfaden zur Verfügung stellt, wenn Mitarbeiter die Grenzen des Anstands überschreiten?

Diese Feuertaufe hatte die Daimler AG kürzlich zu bestehen. Mehrere Mitarbeiter hatten den „Gefällt mir“ Button einer Facebook Gruppe gedrückt, in der unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche als „Spitze des Lügenpacks“ bezeichnet wurde.

Das Unternehmen reagierte souverän und mit der nötigen Gelassenheit. Die Mitarbeiter wurden zu einem Personalgespräch gebeten. Das Ziel des Gesprächs war, den Mitarbeitern noch mal deutlich zu machen, dass Kollegen und Mitarbeiter, wozu auch der Vorstand gehört, nicht beleidigt werden dürfen. Dies gelte sowohl für den Betrieb, die Öffentlichkeit und auch für das Internet. Arbeitsrechtliche Konsequenzen, etwa in Form von Abmahnungen, gab es für die betroffenen Mitarbeiter nicht.

Weitaus kritischer gehen die Internetmedien Spiegel Online und internet World Business mit dem Vorfall um. Während internet World Business die Haedline „Daimler lässt Facebook-Gruppe abschalten „Gefällt uns nicht!“ wählt und die beleidigende Aussage als „unternehmenskritischen Beitrag“ herunterspielt, konzentriert sich Spiegel Online in seiner Headline „Daimler bestellt Mitarbeiter zum Rapport“ auf die Konsequenzen für die Mitarbeiter.

Auch hierauf folgt eine positive und beeindruckend gelassene Reaktion seitens der Daimler AG. Nachzulesen hier: Es hat was mit Anstand und Haltung zu tun…

WK LEGAL berät Unternehmen in allen Belangen des Internetrechts, bei der Erstellung von Social Media Guidelines und schult Mitarbeiter und Führungskräfte für den Umgang mit den sog. „Neuen Medien“. Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail unter info@wklegal.de zur Verfügung.



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